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18.08.2014

Unsere Partner in Brjansk

Von dem wachsenden Selbstbewusstsein der Menschen in der russischen Region Brjansk konnte sich der Geschäftsführer des Paritätischen Hameln Olaf Heilig, in diesen Tagen selbst überzeugen. Gemeinsam mit zwei engagierten Kolleginnen des Frauenhauses und des Vorsitzendender Deutsch-Russischen Gesellschaft Hameln-Pyrmont, Norbert Raabe, besuchte die kleine Delegation einige bekannte soziale Projekte in dem von der Tschernobylkatastrophe betroffenen Gebiet. Höhepunkt des Besuches war die Teilnahme am sogenannten Stadtfest.
 

Die Delegation des Paritätischen Hameln –Pyrmont mit selbstbewussten Rollstuhlfahrern im Brjansker Stadtteil Fokinski. Die Behindertenparkplätze haben sie sich selbst erkämpft.

Dies erinnert an den 17. September 1943, den Tag, als die Brjansker Bevölkerung von der Roten Armee von der deutschen Besatzung befreit wurde.

Das weitere Programm bestand aus Treffen mit bekannten Vertretern von sozialen Einrichtungen. So stellte der Verein „Von Herz zu Herz“ seine Arbeit mit behinderten Kindern und Jugendlichen vor.

Eine Erwachsenengruppe körperbehinderter Menschen hat sich in einem Stadtteil eigene Räume nach ihren Vorstellungen aufgebaut. Neben einer Schuhreparaturwerkstatt gibt es einen Friseur, einen Nähraum, einen Fitnessraum und eine Tischtennisplatte für die Freizeit. Im Gespräch mit den Betroffenen fällt auf, dass sie schon sehr stolz auf das bisher Geschaffene sind und nun weitere Wünsche auf ihrem Programm stehen. Vor allem kritisieren sie die mangelnde Rücksichtnahme im öffentlichen Raum auf Rollstuhlfahrer und die fehlenden Transportmöglichkeiten.
Einen sehr positiven Eindruck bekam die Delegation von dem im Jahre 2001 eingerichteten Reha-Zentrum zur Behandlung von behinderten Kindern. In dieser Einrichtung hatte der frühere Leiter des Sozialpädriatrischen Zentrums im Kinderkrankenhaus auf der Bult, Dr. Horst Lison, großen Anteil an der regelmäßigen Ausbildung des therapeutischen Personals. Er wird nun seit einigen Jahren schmerzlich vermisst. Das Reha Zentrum ist inzwischen renoviert und wird von der Bevölkerung sehr gut angenommen.

In der staatlichen Universität Brjansk und dem dortigen Lehrstuhl für Germanistik gab es die Gelegenheit am Deutschunterricht der Studenten im 5. Studiensemester teilzunehmen. Die offenen Fragen der jungen Menschen führten zu einer freien Diskussion. Die Leiterin des Lehrstuhls, Frau Prof. Galina Rossichina erinnerte an die ersten Studentenaustausche Anfang der 90er Jahre mit dem Paritätischen Hameln-Pyrmont. Gerade jetzt, in den Zeiten der Sanktionen und des politischen Stillstands auf höchsten Ebenen sei es wichtig, weiter Projekte zu planen und durchzuführen.


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